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Die vier MFT-Zeitstempel und wie Timestomping aussieht

· 2 Min. Lesezeit

Jeder MFT-Eintrag speichert vier Zeitstempel in zwei getrennten Attributen — $STANDARD_INFORMATION und $FILE_NAME. Beide halten dieselben vier Zeitpunkte fest:

  • Erstellt — als die Datei erstmals auf das Volume geschrieben wurde
  • Geändert — als sich der Inhalt zuletzt änderte
  • Zugegriffen — als die Datei zuletzt gelesen wurde
  • MFT-geändert — als der Eintrag selbst zuletzt verändert wurde

Das sind acht Werte pro Eintrag. Sie sind nicht immer synchron.

Warum es zwei Sätze gibt

$STANDARD_INFORMATION (SI) wird bei jeder Routineoperation aktualisiert. $FILE_NAME (FN) wurde ursprünglich für POSIX-Kompatibilität hinzugefügt und wird weit seltener aktualisiert — typischerweise nur bei Erstellung, Umbenennung oder Verschieben zwischen Verzeichnissen.

In der Praxis bedeutet das: SI-Zeitstempel ticken ständig, FN-Zeitstempel bleiben stabil.

Timestomping hinterlässt Spuren

Werkzeuge, die Zeitstempel ändern, rufen meist die Windows-API SetFileTime auf. Diese schreibt in SI. Sie rührt FN nicht an.

Nach Timestomping zeigt SI, was der Angreifer wählte — oft um Jahre vordatiert — während FN weiterhin das wirkliche Erstellungsdatum widerspiegelt, manchmal mit großem Abstand.

Zwei Muster, auf die du beim Triage achten solltest:

  1. SI erstellt liegt vor FN erstellt. Eine Datei kann nicht existieren, bevor sie benannt wurde — natürlich unmöglich.
  2. SI und FN geändert weichen um mehr als ein paar Sekunden voneinander ab, obwohl die Datei offensichtlich nicht umbenannt oder verschoben wurde.

Beides ist ein starker Hinweis auf Metadaten-Manipulation.

Granularität sagt mehr aus

NTFS speichert Zeitstempel mit einer Auflösung von 100 Nanosekunden, viele Timestomping-Werkzeuge runden jedoch auf ganze Sekunden. Ein Zeitstempel, der auf .0000000 UTC endet, ist verdächtig — natürliche Windows-Aktivität lässt die Sub-Sekunden-Präzision in der Regel intakt.

Externe Ressourcen